Geschenke nach AnlassRatgeber

Geschenke zur Einschulung: Ideen für Schultüte, Schulweg und Lernplatz

In die Schultüte passen Stifte, Radiergummis, ein Erstlesebuch, kleine Spiele und etwas Süßes. Größere Geschenke wie eine Schreibtischlampe, eine erste Uhr oder ein Lernplatz kommen von Großeltern oder Paten oft getrennt dazu. Sprich vorher mit den Eltern, denn viele Schulen geben Materiallisten aus und die Familie hat eigene Vorstellungen.

Eine bunte, große Tüte aus gemustertem Papier mit Tüllabschluss lehnt an einem Holzpult neben einem kleinen Ranzen
Bild: KI-generiert

Zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 wurden in Deutschland nach vorläufigen Zahlen rund 811.500 Kinder eingeschult [1]. Zum Schulstart gehört in vielen Familien eine Schultüte, dazu kommen oft Geschenke von Großeltern, Paten und Freunden der Familie. Die Spanne reicht vom Radiergummi bis zum Schreibtisch. Diese Seite sortiert die Ideen danach, wer schenkt und wofür das Geschenk gedacht ist: für die Tüte, für den Lernplatz zu Hause oder für den Weg zur Schule.

Woher die Schultüte kommt

Der Brauch stammt aus Sachsen und Thüringen. Der älteste bekannte Beleg findet sich in der Lebensbeschreibung von Karl Gottlieb Bretschneider, der 1781 oder 1782 im sächsischen Gersdorf eingeschult wurde und vom Schulmeister eine Zuckertüte bekam [2]. Weitere frühe Belege gibt es aus Benshausen in Thüringen (1801), aus Jena (1817), Dresden (1820) und Leipzig (1836) [2]. Den Kindern erzählte man damals, im Haus des Lehrers wachse ein Schultütenbaum, und wenn die Tüten groß genug seien, sei es Zeit für die Schule [2].

Ein altes Dorfschulhaus mit weißen Wänden und grünen Fensterläden, davor eine Linde am Sommermorgen
Bild: KI-generiert

Das Wort Schultüte ist mindestens seit 1910 belegt, in Mitteldeutschland heißt sie auch Zuckertüte [2]. Ursprünglich überreichten meist die Paten die Tüte, heute übergeben sie in der Regel die Eltern, und das Kind trägt sie auf dem Weg zur Schule [2]. Als erste Großstadt außerhalb der Ursprungsgebiete übernahm Berlin den Brauch, von dort breitete er sich nach Süden und Westen aus [2]. Für Kassel gibt es schon einen Beleg aus dem Jahr 1907, obwohl oft zu lesen ist, der Westen habe die Schultüte erst nach 1950 übernommen [2].

Was in die Schultüte passt

Die Schultüte ist der Ort für viele kleine Dinge. Bewährt hat sich eine Mischung aus Nützlichem für die Schule, etwas zum Spielen und etwas Süßem. Bevor du einkaufst, frag bei den Eltern nach: Viele Schulen geben eine Liste mit Heften, Stiften und Mappen aus, und Hefte mit falscher Lineatur nützen wenig. Wenn mehrere Verwandte etwas beisteuern, verhindert eine kurze Absprache, dass am Ende drei Federmäppchen in der Tüte liegen.

Draufsicht auf Buntstifte, einen Radiergummi in Obstform, ein Springseil, Trockenaprikosen und eine Brotdose auf Holz
Bild: KI-generiert
BereichIdeen
Schreiben und MalenBuntstifte, Bleistifte mit Namen, Radiergummis in lustigen Formen, Anspitzer mit Auffangbehälter
Lesen und LernenErstlesebuch, Bilderbuch zum Thema Schule, Rätselheft, Buchstabenspiel
Pause und FreizeitSpringseil, Kartenspiel, Murmeln, Sticker, kleine Figur zum Tauschen
AlltagBrotdose, Trinkflasche, Schlüsselband, Namensaufkleber für Kleidung
SüßesFruchtgummis, kleine Schokoladenfiguren, Trockenobst, selbstgebackene Kekse

Beim Süßen haben Familien sehr unterschiedliche Regeln. Manche Eltern wünschen sich ausdrücklich wenig Zucker, andere sehen den Tag als Ausnahme. Wer unsicher ist, fragt nach oder greift zu Trockenobst, Nüssen für ältere Geschwister oder einem Gutschein für ein Eis mit dir. Eine Schultüte darf auch selbst gebastelt sein; Anleitungen und Ideen für Selbstgemachtes findest du unter Selbstgemachte Geschenke.

Größere Geschenke von Großeltern und Paten

Was nicht in die Tüte passt, wird meist getrennt überreicht. Hier lohnt sich ein Blick auf den Platz, an dem das Kind künftig Hausaufgaben macht. Eine gute Schreibtischlampe, ein höhenverstellbarer Stuhl oder eine Ablage für Hefte und Mappen werden jeden Tag benutzt. Die erste eigene Armbanduhr ist ein Geschenk mit Symbolwert, weil das Kind in der Schule lernt, die Uhr zu lesen. Ein Globus, eine Weltkarte für die Wand oder ein Experimentierkasten wecken Neugier über den Stoff der ersten Klasse hinaus.

Viele Großeltern schenken lieber Zeit als Dinge. Ein Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug ins Museum, in den Zoo oder zum Schwimmen bleibt lange in Erinnerung. Auch ein fester Vorlesenachmittag pro Woche kann ein Geschenk sein, das über den ersten Schultag hinaus trägt.

Für Geschenke mit Spielzeugcharakter gelten die Hinweise der Verbraucherzentralen: Das CE-Zeichen ist nur eine Erklärung des Herstellers und kein Prüfzeichen, das GS-Zeichen steht für eine unabhängige Prüfung [4]. Von Spielzeug ohne CE-Zeichen raten die Verbraucherzentralen ab, ebenso von Spielzeug mit auffälligem oder unangenehmem Geruch [4]. Gibt es jüngere Geschwister im Haushalt, ist bei Geschenken mit Knopfbatterien Vorsicht geboten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät, Kleinkindern keine Spielzeuge mit Knopfbatterien zu schenken und Batteriefächer so zu sichern, dass sie sich nur mit einem Schraubenzieher öffnen lassen [5].

Geld und Gutscheine

Ein Betrag für das Sparkonto des Kindes oder ein Gutschein für die Buchhandlung, das Schwimmbad oder den Bastelladen sind Alternativen, wenn die Eltern bei Sachgeschenken abwinken. Übliche Gelegenheitsgeschenke sind von der Schenkungsteuer befreit [6]. Damit ein Erstklässler etwas mit einem Geldgeschenk anfangen kann, hilft eine Idee, wofür es gedacht ist: ein Betrag für das erste eigene Buch, das das Kind selbst aussucht, oder ein Zuschuss zum Fahrrad für die spätere Radfahrprüfung.

Bei Gutscheinen lohnt ein Blick auf die Frist. Wenn nichts anderes vereinbart ist, gilt nach den Verbraucherzentralen in der Regel eine Frist von drei Jahren [7]. Das entspricht der regelmäßigen Verjährungsfrist im Bürgerlichen Gesetzbuch [8]. Nach den Vorschriften des BGB beginnt die Frist erst am Ende des Kaufjahres, ein Gutschein zur Einschulung lässt sich deshalb in der Regel bis in die dritte Klasse einlösen, sofern der Aussteller keine kürzere, wirksam vereinbarte Frist nennt. Das ist eine eigene Rechnung auf Grundlage dieser Vorschriften. Mehr dazu steht auf Gutscheine schenken.

Erinnerungen an den ersten Schultag

Der Tag selbst ist für viele Familien ein Fest mit Gottesdienst oder Feier in der Schule, Fotos vor dem Schultor und Kuchen am Nachmittag. Wer an diesem Tag dabei ist, kann die Erinnerung zum Geschenk machen: ein kleines Fotoalbum mit Bildern vom ersten Schultag, ein Rahmen für das Klassenfoto oder ein Heft, in das das Kind am Ende jedes Schuljahres ein Bild malt. Solche Geschenke kosten wenig und werden oft Jahre später wieder hervorgeholt.

Sicher auf dem Schulweg

Ein Fahrrad steht bei vielen Großeltern weit oben auf der Liste. Für den Schulweg ist es in der ersten Klasse aber noch nicht gedacht: Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) rät, Kinder erst nach einer bestandenen Radfahrprüfung allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen, und diese Prüfung findet meist in der dritten oder vierten Klasse statt [3]. Ein Fahrrad zur Einschulung kann trotzdem Freude machen, wenn es für Ausflüge mit der Familie gedacht ist.

Eine ruhige Wohnstraße mit Zebrastreifen im Herbstmorgen, an einem Gartenzaun hängt eine gelbe Regenjacke
Bild: KI-generiert

Der DVR empfiehlt außerdem, den Schulweg vorher mehrmals gemeinsam abzulaufen, auch wenn er sicher erscheint [3]. Eltern können dabei die Rollen tauschen und sich vom Kind zur Schule führen lassen [3]. Ist der Weg zu schwierig, sollte das Kind noch eine Weile gebracht werden [3]. Daraus lässt sich ein Geschenk machen: ein gemeinsamer Probegang in den Ferien, vielleicht mit einem Abstecher zum Spielplatz in der Nähe der Schule. Dazu passen eine helle Regenjacke, Reflektoren für Jacke und Ranzen oder eine leuchtende Mütze für die dunklen Wintermorgen.

Technik und Medien

Mit dem Schulstart kommt in vielen Familien die Frage nach eigenen Geräten auf: eine Kinderkamera, ein Hörspielgerät, eine Uhr mit Telefonfunktion oder ein erstes Tablet. Solche Geschenke greifen in Regeln ein, die Eltern für ihre Familie selbst festlegen. Sprich deshalb vor jedem Gerät mit Bildschirm oder Internetzugang mit den Eltern. Wie Familien Medienzeiten vereinbaren können, beschreibt internetsucht.domain-root.de auf der Seite Medienregeln in der Familie vereinbaren.

Gut ankommen oft Geräte, die ohne Bildschirm auskommen. Ein Hörspielgerät mit Figuren oder Karten, ein einfacher Wecker, mit dem das Kind morgens selbst aufsteht, oder eine Taschenlampe für das Lesen unter der Bettdecke passen zu einem Schulkind und machen keinen Streit um Bildschirmzeit.

Was du besser lässt

Einige Geschenke führen eher zu Ärger als zu Freude. Schulmaterial, das nicht den Vorgaben der Schule entspricht, bleibt im Schrank. Ein eigener Schulranzen ohne Absprache verdoppelt meist den, den die Eltern längst gekauft haben. Sehr große Mengen Süßigkeiten widersprechen oft den Regeln der Familie. Und Spielzeug, das sichtbar für ein jüngeres Alter gedacht ist, kommt bei einem Kind, das sich gerade sehr groß fühlt, selten gut an.

Wer gar keine Idee hat, findet im Geschenkfinder Vorschläge nach Alter und Budget. Weitere Ideen nach Alter sammelt Geschenke für Kinder. Und wer zur Einschulung auch an die Lehrerin oder den Lehrer denkt: Was dort erlaubt ist, steht unter Geschenke für Lehrer und Erzieher.

  1. Behörde Zahl der Schulanfängerinnen und -anfänger 2025 um 2,2 % gesunken. Statistisches Bundesamt (Destatis). Stand 12.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Schultüte. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Sicher zur Schule - DVR gibt Eltern Tipps. Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR). Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Schadstoffarmes Spielzeug kaufen: Tipps der Verbraucherzentralen. Verbraucherzentrale. Stand 21.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Fachgesellschaft Kleinkinder: Keine Spielzeuggeschenke mit Knopfbatterien. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Kinder- und Jugendärzte im Netz. Stand 15.12.2021. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz § 13 ErbStG: Steuerbefreiungen (Abs. 1 Nr. 14). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Geschenke umtauschen: Das sind Ihre Rechte. Verbraucherzentrale. Stand 22.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz § 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.