GeschenkartenRatgeber

Nachhaltige Geschenke: weniger, länger, gebraucht und gemeinsam

Nachhaltig schenkst du, wenn du weniger, dafür langlebige Dinge auswählst, Gebrauchtes oder Generalüberholtes nicht ausschließt, auf anspruchsvolle Umweltsiegel achtest oder gemeinsame Zeit verschenkst. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Geschenke dieselben Regeln wie für jeden anderen Einkauf. Die Verpackung spielt im Vergleich zum Geschenk selbst eine sehr geringe Rolle.

Mehrere in gemusterte Baumwolltücher geknotete Geschenke mit Tannenzweig und getrockneten Orangenscheiben auf einem Holztisch
Bild: KI-generiert

Was ein Geschenk nachhaltig macht, fasst das Umweltbundesamt knapp zusammen: Für Geschenke gelten die gleichen Umweltempfehlungen wie für Einkäufe im restlichen Jahr [1]. Weniger ist mehr, Umweltsiegel helfen bei der Auswahl, und gebrauchte oder generalüberholte Produkte sind eine gute Wahl [1]. Diese Seite zeigt, was das konkret heißt, von der Auswahl des Geschenks über Siegel und Spenden bis zum Einpacken.

Weniger und dafür Langlebiges

Am Anfang steht die Frage, ob ein Gegenstand überhaupt gebraucht wird. Ein Geschenk, das nach dem Auspacken in den Schrank wandert, belastet die Umwelt, ohne jemandem zu nützen. Hilfreich ist ein kurzer Blick auf den Alltag der Person: Fehlt ihr etwas, ist etwas kaputt, hat sie ein Hobby angefangen, für das noch Ausrüstung fehlt? Dann passt ein Gegenstand, der lange hält und sich reparieren lässt, besser als drei kleine Dinge.

Eine schwere gusseiserne Pfanne und ein Paar Gartenhandschuhe aus Leder auf einer alten Werkbank
Bild: KI-generiert

Gut geeignet sind zum Beispiel eine solide Pfanne für jemanden, der gern kocht, ein Paar Arbeitshandschuhe aus Leder für den Garten, eine Reparatur des alten Lieblingsfahrrads in der Werkstatt um die Ecke oder ein Stoffbeutel mit einer Brotdose für die Mittagspause. Die Liste ist eine eigene Auswahl. Wer unsicher ist, fragt lieber nach, als auf Verdacht zu kaufen. Viele Menschen freuen sich über eine ehrliche Frage mehr als über eine Überraschung, die sie nicht brauchen.

Auch eine Reparatur kann ein Geschenk sein. Wenn die Lieblingsjacke einen kaputten Reißverschluss hat oder die Nähmaschine seit Jahren im Keller steht, ist ein Gutschein für die Reparatur in einer Werkstatt aus der Gegend oft mehr wert als ein neues Gerät. Wer selbst geschickt ist, kann die Reparatur übernehmen und das reparierte Stück mit einer Schleife zurückgeben. Es gibt auch Reparaturtreffen, bei denen Ehrenamtliche beim Flicken und Schrauben helfen; ein gemeinsamer Besuch dort ist ein Nachmittag mit einem Ergebnis, das bleibt.

Gebraucht und generalüberholt

Das Umweltbundesamt hält Secondhand-Produkte für attraktiv und rät, das bei der Übergabe ruhig offen anzusprechen, auch wenn es sich noch etwas ungewohnt anfühlt [1]. Es gebe keinen Grund, sich für umweltfreundliche Geschenke zu schämen [1]. Bei elektronischen Geräten gibt es nach derselben Quelle generalüberholte Ware mit Garantie, oft "refurbished" genannt [1].

Eine Frau in den Fünfzigern stöbert an einem Flohmarktstand mit Spielschachteln aus Holz, Keramikschalen und altem Werkzeug
Bild: KI-generiert

Bei gebrauchter Ware von einem Händler solltest du die Gewährleistung kennen. Grundsätzlich darf die Verjährung der Mängelansprüche vor einer Mängelanzeige vertraglich nicht auf weniger als zwei Jahre verkürzt werden, bei gebrauchten Sachen nicht auf weniger als ein Jahr [5]. Eine Vereinbarung über die Verkürzung ist nur wirksam, wenn der Händler dich vor der Abgabe deiner Vertragserklärung eigens davon in Kenntnis gesetzt hat und die Verkürzung im Vertrag ausdrücklich und gesondert vereinbart wurde [5]. Ideen für gebrauchte Geschenke sind ein Klassiker aus dem Antiquariat, ein Gesellschaftsspiel vom Flohmarkt, das du vorher auf Vollständigkeit prüfst, ein Werkzeug aus einer Haushaltsauflösung oder ein generalüberholtes Tablet für die Großeltern.

Siegel, die beim Einkauf helfen

Wenn es etwas Neues sein soll, raten die Fachleute des Umweltbundesamts zu umweltfreundlichen Produktvarianten und, wo möglich, zu anspruchsvollen Umweltsiegeln [1]. Bekannt ist der Blaue Engel. Zeicheninhaber ist das Bundesumweltministerium, die Vergabekriterien erarbeitet das Umweltbundesamt, über sie entscheidet die Jury Umweltzeichen, und die RAL gGmbH zertifiziert die Produkte [2]. Nach den Angaben auf blauer-engel.de tragen mehr als 70.000 Produkte und Dienstleistungen von über 1.800 Unternehmen das Zeichen (abgerufen am 29.10.2026) [2].

Bei Lebensmitteln nennt das Umweltbundesamt das Bio-Siegel [1]. Für Stofftiere nennen die Verbraucherzentralen neben dem GS-Zeichen die Kennzeichen IVN, GOTS und OEKO-TEX STANDARD 100 [6]. Bei der Auswahl hilft das Portal Siegelklarheit: Die Verbraucherzentrale NRW bewertet dort Siegel, damit Verbraucher Produkte erkennen, die gut für Mensch und Umwelt sind [3].

Zeit und Erlebnisse

Gemeinsame Zeit braucht kein Material. Das Umweltbundesamt schreibt, gemeinsame Zeit sei oft das schönste und wertvollste Geschenk, und Wertschätzung lasse sich auch ohne teure Produkte oder Gutscheine ausdrücken [1]. Ein Ausflug mit Bus und Bahn an einen See, ein gemeinsamer Kochabend mit Gemüse vom Markt, eine Wanderung mit selbst gemachtem Proviant oder ein Nachmittag im Museum kommen ohne Verpackung aus. Wer gern draußen unterwegs ist, findet Anregungen für umweltschonende Ausflüge beim Ratgeber Nachhaltig campen und Müll vermeiden. Weitere Ideen für Kurse und Ausflüge stehen unter Erlebnisse schenken.

Essbares und Selbstgemachtes

Geschenke, die aufgegessen oder aufgebraucht werden, hinterlassen keine Dinge, die später entsorgt werden müssen. Dazu gehören Plätzchen, Brot aus dem eigenen Ofen, Kräutersalz, Konfitüre aus Früchten der Saison oder ein Korb mit Gemüse und Obst aus der Region. Selbst gemachte Geschenke lassen sich in Gläser füllen, die ohnehin im Haushalt stehen. Viele Anleitungen und eine Warnung zu selbst gemachtem Kräuteröl findest du unter Selbstgemachte Geschenke.

Ideen nach Person

Was nachhaltig ist, hängt auch davon ab, was die Person tatsächlich nutzt. Die folgenden Vorschläge sind eine eigene Auswahl ohne Marken.

Für Kinder

Kinder wachsen schnell aus Kleidung und Spielzeug heraus. Gut erhaltene Bücher, Puzzles oder Bauklötze aus zweiter Hand lassen sich gründlich reinigen und verschenken. Ein Ausflug in den Zoo, ins Schwimmbad oder auf einen Bauernhof bleibt in Erinnerung, ohne ein Regal zu füllen. Für Geschenke an Kleinkinder gelten bei gebrauchtem Spielzeug dieselben Sicherheitshinweise wie bei neuem; mehr dazu steht unter Geschenke für Kinder.

Für Menschen, die gern kochen und gärtnern

Ein Korb mit Obst, Gemüse und Brot aus der Region, ein Kochkurs oder ein gemeinsamer Tag in einem Gemeinschaftsgarten passen zu Menschen, die gern in der Küche stehen. Wer einen Garten hat, freut sich vielleicht über einen Obstbaum, der viele Jahre trägt, über Saatgut aus deinem Garten oder über Ableger von Stauden, die beim Teilen deiner Pflanzen übrig bleiben.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen wollen oft keine weiteren Dinge. Ein Album mit beschrifteten Familienfotos, ein regelmäßiger Besuch, Hilfe beim Ausmisten oder eine Begleitung zu einem Konzert kommen ohne neue Ware aus. Ein Jahresausweis für die Stadtbibliothek ermöglicht viele Bücher, ohne dass sie danach im Regal stehen.

Leihen, teilen, weitergeben

Nicht jedes Geschenk muss den Besitzer wechseln. Für ein Fest mit vielen Gästen lässt sich Geschirr leihen, für eine einzige Wanderung ein Rucksack, für einen Umzug ein Lastenrad. Wer etwas verschenken will, das nur selten gebraucht wird, kann stattdessen anbieten, das eigene Gerät auszuleihen: die Bohrmaschine, das Zelt, den Dörrautomaten. Ein Gutschein über "einmal leihen, wann immer du willst" kostet nichts und spart der beschenkten Person den Kauf.

Auch Dinge aus dem eigenen Haushalt können ein gutes Geschenk sein, wenn sie zur Person passen. Ein Buch, das dich begeistert hat, mit einer Widmung auf der ersten Seite, eine Pflanze, die du aus einem Ableger gezogen hast, oder ein Erbstück, das in der Familie weiterwandert, tragen eine Geschichte mit sich. Sag dazu, woher das Stück kommt.

Spenden statt Geschenk

Manche Menschen wünschen sich nichts mehr, außer dass jemand anderem geholfen wird. Eine Spende in ihrem Namen an einen Verein, der ihr am Herzen liegt, kann dann das passende Geschenk sein. Frag vorher behutsam nach, ob das gewünscht ist, und überreich eine Karte mit ein paar Zeilen zum Zweck der Spende. Bei der Auswahl hilft das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Es belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht [4].

Verpackung ohne Abfallberg

Viele denken bei nachhaltigen Geschenken zuerst an das Papier. Das Umweltbundesamt ordnet das ein: Im Gegensatz zum Geschenk selbst hat die Verpackung nur eine sehr geringe Umweltrelevanz [1]. Trotzdem lässt sich Abfall leicht vermeiden. Das Amt empfiehlt Schachteln, Taschen, Beutel und Tücher, die schon im Haushalt vorhanden sind, oder bereits benutztes Geschenkpapier; neues Geschenkpapier mit dem Blauen Engel; vorsichtiges Auspacken, damit sich das Papier noch einmal verwenden lässt; und kaputtes Geschenkpapier in die Altpapiertonne [1].

Hände schlagen eine Schachtel in ein Leinentuch ein, daneben ein kleiner Weidenkorb und wiederverwendetes Packpapier
Bild: KI-generiert

Wie viel insgesamt zusammenkommt, zeigt die Statistik. In Deutschland fielen 2023 nach dem Umweltbundesamt 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an [7]. Nach derselben Seite fiel knapp die Hälfte aller Verpackungsabfälle (47,0 Prozent) im privaten Endverbrauch an [7]. Ein Tuch, das selbst Teil des Geschenks ist, oder ein Korb, der danach weiter benutzt wird, ersetzt Papier, Klebeband und Schleife. Anleitungen für das Einschlagen in Stoff stehen unter Geschenke verpacken.

Ein letzter Punkt betrifft Geräte mit Batterien. Das Umweltbundesamt rät bei der Weihnachtsbeleuchtung zu netzbetriebenen Geräten mit Kabel, weil die Herstellung und Entsorgung von Batterien und Akkus die Umwelt belasten [1]. Wer ein elektrisches Geschenk aussucht, kann denselben Gedanken anwenden. Wenn dir für eine bestimmte Person noch nichts einfällt, schlägt der Geschenkfinder Ideen vor; dort kannst du "nachhaltig" als Eigenschaft der Person wählen.

  1. Behörde Grüne Weihnachten: Tipps für nachhaltige Feiertage. Umweltbundesamt. Stand 21.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Blauer Engel: Gut für mich. Gut für die Umwelt.. RAL gGmbH (Redaktion: RAL und Umweltbundesamt). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Was steckt hinter Nachhaltigkeitssiegeln?. Verbraucherzentrale NRW (Siegelklarheit). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Spenden-Siegel. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz § 476 BGB: Abweichende Vereinbarungen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Schadstoffarmes Spielzeug kaufen: Tipps der Verbraucherzentralen. Verbraucherzentrale. Stand 21.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Verpackungsabfälle. Umweltbundesamt. Stand 05.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz § 474 BGB: Verbrauchsgüterkauf. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand geltende Fassung. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.